
IMPLANTOLOGIE
Manchmal ist trotz korrekter Mundhygiene, regelmäßiger Kontrolluntersuchungen und jedweden medizinischen Möglichkeiten den Zahn zu erhalten, der Verlust des eigenen Zahnes nicht zu vermeiden. Sei es durch äussere Umstände, oder genetisch bedingt.
Die durch den Zahnverlust entstandene Lücke kann durch ein Implantat rasch wieder geschlossen werden. Ein Zahnimplantat übernimmt somit die Funktion einer künstlichen Zahnwurzel und dient zur Aufnahme von Kronen und Brücken sowie zur Verankerung von Prothesen.
Es besteht aus körperverträglichem Titan und hat die Gestalt einer kleinen Schraube. Unter örtlicher Betäubung, Dämmerschlaf oder Vollnarkose wird es schmerzfrei dauerhaft in den Knochen eingepflanzt. Somit sichert ein Implantat nach Zahnverlusten die gewohnte Lebensqualität beim Essen, Lachen und Sprechen und das ästhetische Erscheinungsbild.
Vorteile von Zahnimplantaten
-
Sicheres und festes Abbeißgefühl mit dem durch Implantate versehenen Zahnersatz
-
Beschleifen gesunder Nachbarzähne wie bei einer konventionellen Brückeist nicht mehr nötig.
-
Erhalt natürlicher Knochensubstanz
-
Kaudruck wird wie beim natürlichen Zahn direkt in den Kiefer eingeleitet.
-
Gaumenfreie Totalprothese
-
Lange Haltbarkeit
Osseointegration – die biologische Grundlage eines erfolgreichen Zahnimplantats
Der langfristige Erfolg eines Zahnimplantats basiert auf einem einzigartigen biologischen Prozess, der als Osseointegration bezeichnet wird. Dabei verbindet sich die Oberfläche des Titanimplantats dauerhaft und fest mit dem umgebenden Kieferknochen – ohne die Bildung von weichem Bindegewebe. Dadurch entsteht eine stabile biologische Verankerung, die es dem Implantat ermöglicht, Kaukräfte ähnlich wie eine natürliche Zahnwurzel aufzunehmen und gleichmäßig an den Kieferknochen weiterzuleiten.
Unmittelbar nach dem Einsetzen des Implantats beginnt der Körper mit dem natürlichen Heilungsprozess. In den ersten Tagen bildet sich ein Blutgerinnsel, das zahlreiche Wachstumsfaktoren enthält und die Regeneration des Knochens einleitet. Anschließend werden knochenbildende Zellen, sogenannte Osteoblasten, aktiviert. Diese beginnen, neuen Knochen direkt an der speziell aufbereiteten Implantatoberfläche zu bilden. Das neu entstandene Knochengewebe wird kontinuierlich umgebaut, verdichtet und schafft eine feste biologische Verbindung zwischen Implantat und Kieferknochen.
In den meisten Fällen dauert dieser Prozess der Osseointegration etwa acht Wochen. Während dieser Zeit gewinnt das Implantat kontinuierlich an Stabilität und wird auf seine langfristige funktionelle Belastung vorbereitet. Die tatsächliche Einheilungsdauer kann jedoch von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, beispielsweise von der Knochenqualität und dem vorhandenen Knochenangebot, dem allgemeinen Gesundheitszustand, Rauchen, Stoffwechselerkrankungen oder dem Umfang des chirurgischen Eingriffs.
Nach erfolgreichem Abschluss der Osseointegration wird das Implantat mit einer individuell angefertigten keramischen Krone, Brücke oder einer festsitzenden Versorgung versehen. Das Ergebnis ist ein ästhetischer, funktioneller und langfristig stabiler Zahnersatz, der Ihnen ein natürliches Kaugefühl, eine klare Aussprache und ein unbeschwertes Lächeln zurückgibt.
Warum beträgt die Einheilzeit etwa zwei Monate?
Auch wenn sich ein Implantat unmittelbar nach dem Einsetzen bereits sehr stabil anfühlt, entsteht seine dauerhafte Festigkeit erst während der biologischen Osseointegration. Während der folgenden etwa acht Wochen wächst neuer Knochen direkt an die Implantatoberfläche und verbindet sich fest mit ihr. Erst nach Abschluss dieses Prozesses ist das Implantat vollständig biologisch im Kiefer integriert und für eine langfristige Belastung vorbereitet.
Geduld in dieser Heilungsphase ist daher ein entscheidender Faktor für den langfristigen Erfolg der Implantatbehandlung. Eine sorgfältige Mundhygiene, regelmäßige Nachkontrollen und die Einhaltung der empfohlenen Verhaltensmaßnahmen schaffen optimale Voraussetzungen für eine komplikationsfreie Einheilung und eine langfristig stabile Versorgung.
Zahnersatz mit sofortiger Belastung
Viele Menschen verbinden mit Implantaten einen monatelangen Behandlungs- und Heilungsprozess. Das muss nicht sein! Unsere Partnerzahnklinik bedient sich einer neuen Methodik: Zahnersatz mit Sofortbelastung. Durch eine spezielle Technik und eigene Implantate, kann der Zahnersatz so im Kiefer befestigt werden, dass der betroffene Patient sofort nach dem Eingriff dieses belasten kann. Die stabile Verbindung mit dem Knochen wird durch ein gerades Einsetzen der Implantate erzielt, die hinteren schräg. So werden Kieferhöhle und Nerven besonders geschont.
Selbstverständlich kann diese Behandlung unter Vollnarkose erfolgen.
Vorteile:
-
Belastbarkeit des Zahnersatzes sofort nach dem Eingriff
-
Hohe Zeitersparnis
-
Kürze Schmerzphase
-
Kein Provisorium
-
In der Regel nur ein einziger Eingriff nötig
-
Erhalt des Kieferknochens
-
Oft Kostenersparnis
Nachteile:
-
Nicht bei jedem Patienten möglich (abhängig von Knochenqualität)
Ob die diese Variante des Zahnersatzes für Sie möglich ist, kann bei der Eingangsuntersuchung festgestellt werden.
Haltbarkeit von Implantaten
Moderne Implantate können bei richtiger Pflege und Belastung ein Leben lang halten. Sie müssen wie Zähne gut gepflegt und gereinigt werden.
Wie am natürlichen Zahn, so bildet sich auch am Zahnimplantat bakterielle Plaque und Zahnstein. Beides kann Zahnfleischerkrankungen und Entzündungen rund um das Implantat auslösen.
Parodontitis, eine bakterielle Entzündung des Zahnbettes, verläuft in den meisten Fällen schmerzfrei und breitet sich daher häufig über Jahre hinweg unbemerkt aus. Sie ist oftmals mit bloßem Auge nicht zu erkennen und wird daher zu spät erkannt. Eine Parodontitis kann aber zum Zahnausfall und im Fall von Implantaten zum Implantateverlust führen.
Deshalb ist eine jährliche Nachkontrolle und regelmäßige Prophylaxesitzungen (2mal jährlich) gerade bei Implantateträgern unerlässlich.

Fachlicher Hinweis
Die Inhalte dieser Seite basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie auf den Empfehlungen des International Team for Implantology (ITI) und international anerkannten Fachpublikationen aus den Bereichen Implantologie, Knochenregeneration und Parodontologie. Unsere Behandlungskonzepte orientieren sich an den Grundsätzen der evidenzbasierten Zahnmedizin.

